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8 einfache Tipps zu Wartung und Austausch Ihres Hubmast-Schlauchs

8 einfache Tipps zu Wartung und Austausch Ihres Hubmast-Schlauchs

Sieht Ihr Hubmast-Schlauch so aus? Bei der routinemäßigen Überprüfung von Förderzeugen im Rahmen einer Wartung werden Schläuche schon mal übersehen. Das führt dann unweigerlich zu Ausfallzeiten sowie Produktivitätsverlust. Aber viel entscheidender ist dabei, dass durch einen Schlauchausfall potentiell gefährliche Situationen für alle entstehen können, die mit dem Gerät oder in dessen Nähe arbeiten. Auslaufendes Öl verursacht beispielsweise viele Unfälle aufgrund von Stürzen am Arbeitsplatz. Die regelmäßige Inspektion sowie der regelmäßige Austausch verschlissener oder schadhafter Schläuche spart Zeit sowie Geld und sorgt vor allem für ein sicheres Arbeitsumfeld.

HINWEIS: Wenn wir in diesem Blog vom Hubmastschlauch sprechen, dann meinen wir speziell Anwendungen, bei denen der Schlauch über eine Umlenkrolle läuft, wie z.B. bei Gabelstaplern (auch für die Kühl- und Kältetechnik) und anderen Förderzeugen.

Überprüfung Ihres Hubmastschlauchs auf Beschädigung

Man muss nur wenig Zeit in die Wartung eines Hubmastschlauchs investieren, um die Lebensdauer einer Anlage zu verlängern und Beschädigungen zu reduzieren. Die 8 nachstehenden einfachen Tipps helfen Ihnen dabei, die Sicherheit und Ihre Produktivität zu erhöhen.  

1. Überprüfen Sie den Schlauch in regelmäßigen Abständen
Überprüfen Sie den Schlauch in regelmäßigen AbständenBitte konsultieren Sie die Bedienungsanleitung, welche Überprüfungsintervalle hinsichtlich der Geräte und der Nutzung vorgegeben werden. Achten Sie dabei insbesondere auf den Schlauchmantel, dessen Hauptaufgabe darin besteht, das Strukturelement des Systems sowie die Verflechtung zu schützen. Sobald die Außenschicht beschädigt ist, ist der gesamte Schlauch anfällig für äußere Beschädigungen.

2. Überprüfen Sie jeden Schlauch über seine gesamte Länge
Wenn Teile der Außenschicht fehlen, entsorgen und ersetzen Sie den Schlauch. Fehlende Abschnitte der Außenschicht erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Berstens erheblich.

3. Überprüfen Sie den Schlauch auf Brüche der Außenschicht – vor allem am äußeren Biegeradius
Brüche bzw. Risse könnten darauf hinweisen, dass der eingesetzte Schlauch nicht ausreichend für niedrige Überprüfen Sie den Schlauch auf Brüche der Außenhaut – vor allem am äußeren BiegeradiusTemperaturen geeignet ist. Wenden Sie sich an Ihren Schlauchlieferanten, um ein für niedrige Temperaturen geeignetes Produkt auszuwählen. Wenn die Schlauchdecke brüchig wird, wird dadurch der Druckträger freigelegt und ist somit Umwelteinflüssen, Chemikalien und abrasiven Stoffen ausgesetzt. Diese Einflüsse beeinträchtigen die Unversehrtheit. Wenn ein Schlauch reißt, kann dadurch heißes Hydrauliköl mit hoher Geschwindigkeit in alle Richtungen austreten und beim Bediener schwere Verletzungen durch Verbrennung oder Öleinspritzung hervorrufen.

4. Überprüfen Sie die Außenschicht des Schlauchs auf Schnitte und Rillen
Schnitte, die parallel zum Schlauch verlaufen, können darauf hinweisen, dass der Schlauch mit dem geförderten Medium in Berührung kommt. Ersetzen Sie den Schlauch, wenn das Innenleben freiliegt bzw. die Außenschicht beschädigt ist.

5. Überprüfen Sie die Spannung des Schlauchs
Viele Erstausrüster versenden den Hubmastschlauch unter Spannung. Passen Sie die Spannung gemäß Bedienungsanleitung an.Überprüfen Sie die Seite des Schlauchs, die mit den  Umlenkrollen in Berührung kommt

6. Überprüfen Sie die Seite des Schlauchs, die mit den Umlenkrollen in Berührung kommt
Falls der Außendurchmesser des Schlauchs zu groß ist, wird die Außenschicht schnell verschleißen. Wenden Sie sich an Ihren Lieferanten, um einen Schlauch mit kleinerem Außendurchmesser auszuwählen.

7. Suchen Sie beim Einsatz von Gummischläuchen nach eventuell zerbrochenen Drähten
Prüfen Sie, ob zerbrochene Drähte aus der Schlauchdecke herausragen, indem Sie mit einem Lappen über den Schlauch fahren, um diese dabei aufzuspüren. Prüfen Sie niemals mit der bloßen Hand (Drähte sind scharfkantig). Falls zerbrochene Drähte vorhanden sind, bleibt der Lappen daran hängen. In diesem Fall müssen Sie den gesamten Schlauch ersetzen, da sowohl die Außenschicht als auch der Druckträger beschädigt sind.

Sicherheitstipp für die Wartung: Wenn Sie nach Leckagen suchen oder eine Leckagestelle festgestellt haben, fahren Sie keinesfalls mit der bloßen Hand über den Schlauch, sondern benutzen Sie stattdessen ein Stück Pappe. Dies verhindert Verletzungen durch Öleinspritzung, die s8 Tips for Maintaining Your Mast Hoses, Inspect Hose Jacket, Parker Parflex Divisionehr schwer sein können.
 

8. Überprüfen Sie die Endanschlüsse auf Leckagen
Falls Flüssigkeit aus dem Endanschluss austritt, prüfen Sie, ob der Anschluss dicht ist. Sollte dies nicht der Fall sein, demontieren Sie den Schlauch, die Armatur und überprüfen Sie den entsprechenden Oberflächenbereich oder die Dichtung auf Beschädigung. Sollten diese beschädigt sein, entsorgen Sie sie und ersetzen Sie diese durch neue Komponenten. Sollte Flüssigkeit aus der Armaturenhülse austreten, entsorgen Sie den Schlauch und ersetzen Sie ihn.

Sie müssen einen Hubmastschlauch ersetzen? Nicht vergessen: Es kommt auf die Breite der Seilscheibe an

Wenn Sie bei einer Überprüfung festgestellt haben, dass der Hubmastschlauch ersetzt werden muss, dann ist hierbei die Breite der Umlenkrolle einer der wichtigsten Faktoren. Dies ist besonders kritisch, wenn der Erstausrüster einen Thermoplastschlauch eingebaut hat, da ein Gummischlauch einen viel größeren Außendurchmesser (AD) hat. Ein größerer AD (Gummi oder Thermoplast) führt zu erhöhtem Verschleiß am Schlauch, wenn er über die Umlenkscheibe läuft und verkürzt dadurch dessen Lebensdauer. 

Wird ein Hubmastschlauch mit Druck beaufschlagt, dann führt die von innen wirkende Druckkraft zu einer Änderung von Schlauchlänge und –durchmesser. Ein Schlauch, der im Ruhezustand passgenau in der Umlenkrolle sitzt, wird während des Betriebs stark eingeengt, kann über die Umlenkrolle überstehen, sich darüber hinausschieben oder vielleicht mit der Maschine oder Umgebung in Berührung kommen. Ein enger Sitz in der Umlenkrolle führt außerdem zu erhöhter Zugspannung in der Anlage, was zu verstärktem Verschleiß direkt am Schlauch und an der Umlenkrolle führt.
 
Die meisten Hersteller von Förderzeughubmasten bauen diesen Schlauch unter einer Spannung ein, die als „Schlauchdehnung“ gemessen wird. Je nachdem, ob der Erstausrüster einen Thermoplast- oder Gummischlauch eingebaut hat, kann diese Schlauchdehnung stark unterschiedlich sein.

Auswahl von Ersatzschläuchen für Hubmasten – die Vorteile vom Thermoplastschlauch gegenüber einem Gummischlauch

Für die Auswahl eines Schlauchs stehen Ihnen sowohl Gummi- als auch Thermoplastschläuche zur Verfügung. Heute verwenden die meisten Erstausrüster von Förderzeugen ab Werk Thermoplastschläuche für den Hubmast und die Größe der Umlenkrolle ist genau auf den eingebauten Schlauch abgestimmt. Kein anderer Schlauch ist gegen die Spannung bei nur minimaler Dehnung so beständig wie der Thermoplastschlauch. Um die gewünschte Spannung zu erreichen, braucht er nur 1/5 der Dehnung (Distanz) eines Gummischlauchs, was die Einbauzeit reduziert. Außerdem übertrifft ein Thermoplastschlauch herkömmlichen Gummischlauch aus mehreren Gründen:

  • Die Schichten eines Thermoplastschlauchs lösen sich nicht ab. Die Schichten eines Gummischlauchs sind gegenüber den rauen Bedingungen beim Einsatz auf einer Umlenkrolle nicht beständig; sie lösen sich ab, was zum Ausfall der Schlauchdecke und zur Ermüdung des Drahtgeflechts führt.

  • Thermoplastschläuche haben bessere Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen (-70ºF/-56 °C). Sie eignen sich somit für den Einsatz in Tiefgefrieranlagen und unter kalten Witterungsbedingungen. Die Außenschicht wird nicht rissig.

  • Der Druckträger aus Textilfasern ermüdet nicht durch die konstante Biegebewegung beim Einsatz auf einer Umlenkrolle. 

 

Die Polyflex Division von Parker bietet Thermoplastschläuche für den Einsatz mit Umlenkrollen mit einem Innenleben aus einem Geflecht hochzugfester Textilfasern oder hochzugfestem vermessingtem Stahldraht und einer speziellen, hoch UV-beständigen Außenschicht für optimale Witterungsbeständigkeit und mit einem niedrigen Reibungswert für geringen Verschleiß. Die Thermoplastschläuche von Parker erfüllen die Spezifikationen der SAE 100R1AT, 100R2, 100R7, 100R17 oder 100R18. Weitere Informationen zu Verlegung, Einbau und Sicherheit des Schlauchs finden Sie im Parker Parflex Sicherheitsleitfaden im Katalog 4660.

Falls Sie weitere Informationen über die Parker Schlauchserien benötigen, besuchen Sie uns auf unserer Website unter www.parker.com

Greg Hayes, OEM Sales Manager, Parker Parflex

 

Ein Beitrag von Greg Hayes, OEM Sales Manager - Parker Parflex Division

 

 

 

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Einfache Auswahl von Hydraulikschläuchen und Armaturen

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